Stadionsicherheit

Unter Stadionsicherheit versteht man die Gesamtheit an Maßnahmen, die zur Abwehr von Gefahren im Zusammenhang mit der Nutzung und Durchführung von Versammlungen an Stadien ergriffen werden. 

Risikoanalyse

Sicherheitskonzepte können in Zusammenarbeit mit einem Stadionsicherheitsbeauftragten erstellt werden. In die Risikobeurteilung sind verschiedene Faktoren mit einzubeziehen. Dazu zählen zunächst Anlass, Größe und Personenaufkommen. Von Bedeutung ist eine Abschätzung des Zuschauerverhaltens, Zuschauerströme an Eingangs-  und Ausgangsbereichen. Je nach Anlass sind Besonderheiten entsprechend zu beachten. Bei Fußballspielen können sich Spannungen aus historischer Rivalität zwischen den Mannschaften oder Anhängern ergeben. Oder aus Fans, die für den Anhängern verbotener Pyrotechnik, Laserpointer oder ähnlichen gefährlichen Gegenständen bekannt sind.  

Notfallpläne

Für den Ernstfall sind Bewältigungsstrategien zu entwickeln und in einem Notfallplan festzuhalten. Man kann den Notfallplan ausgehend von der Risikokategorie strukturieren. Die FIFA unterscheidet zum Beispiel zwischen Gefahren aus Feuer, Terrorismus, Gebäuden und Dienstleistungen, Ausfall von Sicherheitstechnik, Menschenansammlungen, Naturereignissen, Evakuierung und spontanem Abbruch einer Veranstaltung. 

Durchsetzung der Stadionsicherheit

Zur Realisierung des Stadion-Sicherheitskonzeptes wird ein hohes Aufkommen an Wachkräften und Ordnern benötigt. Wer aktiv eine Wachtätigkeit ausübt, also gegebenfalls feindliche Fremdeinwirkungen gegen Leib, Leben oder Vermögenswerte abwehrt, fällt unter § 34a GewO. Danach ist eine förmliche Erlaubnis zur gewerblichen Bewachung erforderlich. 

Erschöpft sich die Aufgabe des Mitarbeiter lediglich in Servicefunktionen (Einweisung an Parkplätzen, Lenkung von Besucherströmen), ist eine Erlaubnis nicht notwendig. Auf einhundert Besucher fällt regelmäßig eine Ordnungskraft. 

Ordner werden an festen Kontrollpunkten eingesetzt. Zusätzlich können mobile Posten geschaffen werden. 

Zutrittskontrollen

Vor Beginn werden Zutrittskontrollen durchgeführt. Bei größeren Veranstaltungen muss darauf geachtet werden, dass die Kontrollen zügig abgewickelt werden und sich Ansammlungen nicht auf ein kritisches Maß verdichten. So können zum Beispiel Drehkreuze errichtet werden. 

Neben einer Einlasserlaubnis werden Zuschauer auf das Mitführen verbotener Gegenstände kontrolliert. Ob ein Gegenstand verboten ist, richtet sich zum einen nach gesetzlichen Vorschriften. So sind durch das Betäubungsmittelgesetz und Waffengesetz Verbote festgelegt. Zusätzlich kann der Veranstalter auf Grundlage seines Hausrechtes einen Katalog illegaler Gegenstände entwerfen. Aufgrund des Besuchervertrages ist er dafür verantwortlich, für die körperliche Unversehrtheit der Gäste zu sorgen. Dies verpflichtet ihn dazu, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Sachgegenstände, die eine Gefahr darstellen könnten, rechtzeitig zu identifizieren. 

Sicherheitskräfte dürfen andere Personen regelmäßig jedoch nur mit dessen Einwilligung abtasten. Anders als Polizisten stehen ihnen keine Hoheitsrechte zu. Um den Eindruck zu vermeiden, solche Rechte ausüben zu dürfen (und damit einhergehend das Risiko einer Strafbarkeit aus § 132 StGB wegen Amtsanmaßung), sollten Ausdrücke wie „Durchsuchung“ unbedingt vermieden werden. Stattdessen kann auf neutrale Begriffe wie „Auskunft“ und „Nachschau“ zurückgegriffen werden. 

Verhalten eines Ordners

Die Aufgaben eines Ordners beschränken sich nicht auf die bloße Vollstreckung des Sicherheitskonzeptes. Er dient auch als Ansprechpartner und Bindeglied zwischen Veranstalter und der Öffentlichkeit. Ihm kommt daher eine Doppelfunktion zu. Stellt ein Besucher zunächst eine abstrakte Gefahr für die anderen Besucher dar, ist er andererseits auch wie ein Kunde zu behandeln. Ein höflicher, zuvorkommender und gelassener Umgangston gehört damit zu den Grundvoraussetzungen eines Sicherheitsmitarbeiters in Stadien. Da er den Veranstalter repräsentiert, muss auf ein sauberes und gepflegtes Erscheinungsbild geachtet werden. Handelt es sich bei dem Event um einen Wettbewerb, dürfen individuelle Neigungen wie die Verbundenheit mit einer Mannschaft keinesfalls zum Vorschein kommen.  

Durch ihr Aussehen müssen Ordner als solche identifizierbar sein. Dazu wird ihnen regelmäßig Kleidung mit der entsprechenden Aufschrift „ORDNER“ zur Verfügung gestellt. Die Dienstkleidung darf nicht den Anschein erwecken, es handele sich um eine Streitkraft oder behördliche Vollzugspersonen. Auf Amtszeichen oder Ähnliches ist zu verzichten, vgl. § 19 BewachV.