Sicherheitskraft im Handel

Allgemeines

Unter Sicherheitskraft im Handel versteht man eine Weiterbildungsmöglichkeit an der örtlich zuständigen Industrie- und Handelskammer. Anhand des Zertifikatslehrganges können Sicherheitskräfte im Einzelhandel, also insbesondere Kaufhausdetektiv, ihre beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern. 

Hintergrund und Zweck

In dem Lehrgang wird dasjenige Wissen vermittelt, welches speziell im Einzelhandel von Bedeutung ist. Wer eine allgemeine Sachkundeprüfung ablegt, erlangt zwar profunde Kenntnisse im Recht, Umgang mit Menschen und unter anderem der Sicherheitstechnik. Unberücksichtigt bleiben jedoch besondere Aspekte, die im Zusammenhang mit dem Verkauf von Waren eine besondere Rolle spielen. So haben Wach- und Sicherheitskräfte grundsätzlich kein ausgeprägtes Verständnis über den organisatorischen Ablauf und warenwirtschaftliche Prozesse in Supermärkten. 

Sicherheitskräfte an Verkaufsflächen bewegen sich in einem Spannungsfeld. Shopguards sorgen für den Schutz und die Integrität der Kunden, des Unternehmens und deren Mitarbeiter. Jede Person, welche den Laden betrifft ist, ist damit einerseits eine potentielle Gefährdung. Andererseits fungiert die Wachkraft auf Verkaufsflächen auch als Ansprechpartner für Kunden.

Aspekte des Lehrganges

Der Lehrgang zur Sicherheitskraft im Handel befasst sich mit handelsspezifischen Sicherheitsvorkehrungen. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, wie Videokameras speziell auf Verkaufsflächen einzusetzen sind. Da es zur Verarbeitung personenbezogener Daten kommt, sind besondere Datenschutzvorschriften nach der DS-GVO zu beachten. Des Weiteren werden präventive Strategien vermittelt. Also wie sich vor allem Inventurverluste durch vorbeugende Maßnahmen verhindern lassen. Dazu befassen sich die Absolventen mit Straftaten, welche im Einzelhandel typischerweise auftreten. Es gilt, das gängige Täterverhalten bei Betrugs- und Diebstahlstaten zu ermitteln die klassischen Betrugsmuster kennenzulernen. 

Aufbau 

Das Weiterbildungsangebot setzt sich aus zwei Modulen mit jeweils 40 Unterrichtseinheiten zusammen. 

Im ersten Modul werden Rechtsvorschriften behandelt, welche speziell im Einzelhandel zu berücksichtigen sind. Außerdem werden Grundkenntnisse der Logistik und Inventur und damit einhergehend sicherheitsrelevante Tätigkeitsfelder erörtert.

Das zweite Modul befasst sich mit dem Erkennen und Abwehren von Gefahren. So werden hier die Vorgehensweisen von Tätern analysiert und der Ablauf einer Konfrontation mit dem Verdächtigen geübt. 

Kein Entfall der Sachkundeprüfung

Das Zertifikat einer Sicherheitskraft im Handel befreit nicht vom Erfordernis einer Sachkundeprüfung. Es soll Kenntnisse lediglich vertiefen und das berufliche Fortkommen fördern. 

Die Sachkundeprüfung ist für Kaufhausdetektive gemäß § 34a GewO grundsätzlich vorgeschrieben. Eine Ausnahme gilt, wenn die Wachkraft beim Ladenbetreiber selbst angestellt ist oder ein Befreiungsgrund einschlägig ist. Zum Beispiel sind Absolventen einer Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit vom Erfordernis einer Sachkundeprüfung befreit. 

Siehe auch

  • Fachkraft für Schutz und Sicherheit
  • Kaufhausdetektiv
  • Sachkundeprüfung
  • Befreiung von der Sachkundeprüfung