Innere Kündigung

Kurzerklärung

Innere Kündigung beschreibt einen anhalten Zustand erheblicher Frustration und mangelnder Leistungsbereitschaft. Der Sicherheitsmitarbeiter (SMA) hat dem Betrieb gedanklich gekündigt und erfüllt lediglich die Minimalvoraussetzungen seines rechtlich-formalen Arbeitsvertrages. Es kommt nicht zu einer tatsächlichen Kündigung, da es dem Arbeitnehmer an einer alternativen Beschäftigungsmöglichkeit fehlt.

Charakteristika

Arbeitnehmer in diesem Zustand haben ihre Ambitionen innerhalb des Betriebs des Arbeitgebers aufgegeben. Ehemals vorherrschendes Leistungspotential und Engagement sind einem Zustand von Passivität und „Absitzen“ der Arbeitszeit gewichen. Es fehlt an Initiative und Leistungsbereitschaft.  Die arbeitsvertraglichen Verpflichtungen werden gerade so erfüllt. In schwerwiegenden Fällen führen Bagatellerkrankungen zu Krankschreibungen und die Arbeitszeit wird mit „Bummelei“ und z. B. einer intensiven Handynutzung gefüllt.

Ursachen

Die „innere Kündigung“ ist Ausdruck einer chronischen Frustration. Äußere Umstände können die Verhaltensumstellung hervorrufen oder verstärken. Dazu zählen vor allem: 

  • Erlebnis willkürlicher Betriebspolitik
  • ungerechtfertigte (Un)Gleichbehandlungen oder Diskriminierung
  • schlechte Arbeitkonditionen
  • anhaltende Unterforderung
  • fehlende Perspektive innerhalb des Unternehmens
  • hierarchischer Führungsstil
  • übermäßige Kontrollen/Überwachung
  • schlechte Arbeitsatmosphäre (zum Beispiel hervorgerufen durch Mobbing, Auseinandersetzung mit Kollegen, o.Ä.)

Rechtliches

In Arbeitsverträgen nach § 611 Abs. 1 BGB schuldet der Arbeitnehmer den vollen Einsatz seiner Tatkräfte. Hält er Leistungspotential bewusst zurück, liegt eine sogenannte Minderleistung vor. Minder- beziehungsweise Schlechtleistungen erfüllen die vertraglichen Pflichten nur teilweise. Mit anderen Worten begeht der SMA eine Pflichtverletzung. Diese kann anhand von Disziplinarmitteln sanktioniert werden.

In Betracht kommt zunächst eine Abmahnung und im Falle von Wiederholungen eine Kündigung aus verhaltensbedingten Gründen. Eine Kündigung darf jedoch nur ausgesprochen werden, wenn die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit unwiederbringlich zerstört ist. Dieses Mittel ist folglich „ultima ratio“, also kann nur in alternativlosen Fällen wirksam erteilt werden.

Anstellte von Sanktionsmitteln kann die Lage auch durch ein klärendes Gespräch positiv beeinflusst werden. Es ist für Mitarbeiter lohnenswert, Initiative zu zeigen und Bedürfnisse zu schildern. Umgekehrt sollten Arbeitgeber daran arbeiten, eine Bindung zum Betrieb zu erzeugen und für ausreichend Motivation unter den Sichehreitsmitarbeitern zu sorgen. 

Siehe auch

  • Handynutzung
  • Kündigung
  • Minderleistung
  • Mitarbeitermotivation