Wertbehältnisse

Allgemeines
Wertbehältnisse sind grundsätzlich alle Gegenstände, welche sich zur sicheren Aufbewahrung von Wertvollem und Wichtigem eignen. Die Ausführung ist variabel und hängt vom beabsichtigten Verwendungszweck ab. So kann die Größe des Oberbegriffs ein paar Kubikzentimeter zur Aufbewahrung eines Schlüssels betragen, oder einen ganzen Tresorraum umfassen. Da die Bezeichnung Wertbehältnis sehr allgemein ist, beschränkt sich dieser Informationstext auf die Zuteilung in Resistance Classes und die wichtigsten Anwendungsbereiche. Die Sicherheitsprüfung der Wertbehältnisse orientiert sich an Europäischen Normen und wird von einer zertifizierten Stelle durchgeführt . Des Weiteren können die VdS-Richtlinien Aufschluss über die Widerstandsleistung gegenüber Angriffen geben. Der Widerstandswert eines Behälters wird in Resistance Classes (RC) angegeben. Seit dem Jahr 2011 gelten europäische Normen für den Einbruchsschutz und es wird bei einbruchshemmenden Bauteilen in die Sicherheitsklassen RC1 N bis RC6 N unterteilt. Mithilfe einer Berechnungsformel, die sich an an einem Widerstandswert und einem Widerstandszeitwert orientiert, ergibt sich die Einordnung in eine der sechs beziehungsweise sieben Widerstandsklassen.

Geldautomat
Ein Geldautomat ist eine maschinelle Service-Vorrichtung, welche einem Bankkunden zu beliebigen Zeiten das Durchführen von Bargeld-Transaktionen ermöglicht. Der Kern eines Geldautomaten ist ein Tresor, welcher von einem Gehäuse umschlossen wird. Inmitten dieses Tresors befinden sich Geldkassetten, worin die verschiedenen Geldscheine (üblicherweise 10, 20, 50 und 100 Euro) aufbewahrt werden. Zur Bedienung ist außerdem ein Geldbearbeitung-Programm in einem Computer installiert, welcher unter dem Betriebssystem Windows XP läuft. Die PIN-Eingabe erfolgt über das EPP (Encrypting PIN Pad). In Abbildung 001 ist der Querschnitt eines konventionellen Geldautomaten schematisch dargestellt.

Schließsysteme
Es gibt vielfältige Anwendungsbereiche von sowohl mechanischen als auch elektronischen Schließsystemen. Alle individuell ausgestalteten Schließvorrichtungen bestehen nach ihrer Art jedoch aus drei gleichen Komponenten:
1. Prüfung der Zutrittsberechtigung
2. Vorrichtung zur Verriegelung
3. Schutzmaßnahmen gegen Manipulation

Bei der mechanischen Variante werden alle Komponente in einem Gerät als Kastenschloss zusammengeführt. Wird das Schließsystem mithilfe elektronischer Zugangsschlüssel bedient, können die einzelnen Komponenten räumlich getrennt voneinander agieren. So kann die Kontrollvorrichtung im Türschild montiert werden, während das mechanische Schloss an einer anderen Stelle montier ist.

Im Folgenden eine alphabetisch geordnete Übersicht über Begrifflichkeit, die für Schließsysteme aller Art relevant sind:
Aufsperrsicherheit, Bohrschutz, Buntbartschloss, Elektromechanisches Sperrelement, Feuerwehrschlüsseldepot, Hauptschlüsselanlage, Hochsicherheitsschloss, Interventionsschlüssel, Nachsperren, Scharfschalteinrichtung, Schwenkriegelschloss, Zeitschloss und Zylinderschloss.

Tresortüren
Eine Tresortür ist eine sicherheitstechnische Vorrichtung, die den Zugang zu einem Wertschutzraum gewährleistet und vor Angriffen Unbefugter schützt. Die Tür muss Schutz vor Einbrüchen und Ausbruchsversuchen gewährleisten. Ein Täter darf weder in der Lage sein sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen, noch sich im Wertraum einschließen zu lassen, um anschließend ausbrechen zu können. Darüber hinaus muss eine Panzertür Sabotage- und Spionageversuchen standhalten.

Eine Tresortür besteht aus mehrschichtig angeordneten Bauteilen. Dies erschwert vor allem thermisch wirkende Angriffe, wie zum Beispiel durch einen Schweißbrenner. Die Tür muss eine glatte Oberfläche aufweisen, um das Einführen von Sprengstoff zu verhindern. Das Verschlusssystem liegt gut gesichert hinter der Panzerung. Die Schließvorrichtung besteht in der Regel aus zwei oder drei Hochsicherheitsschlössern. Bei größeren Türen werden zusätzlich Alarmvorrichtungen verbaut, welche Sabotageversuche detektieren.

Wertschutzraum
Wertschutzräume gehören aufgrund eines höchsten Einbruchrisikos zu den bestgesichersten Räumlichkeiten. Diese Bauvorrichtungen werden von Banken zur Unterbringung von Bargeldbeständen und Edelmetallen benötigt. Darüber hinaus verfügen Post, Behörden und Militär unter anderem über Wertschutzräume.

Konstruktionsweise
Die Wände eines Wertschutzraumes bestehen aus hochresistenten, mehrschichtigen Baumaterialien. Die Fassade muss gegen mechanische und thermische Angriffe mittels entsprechender Angriffswerkzeuge Widerstand leisten können. Schwachstellen wie Türen müssen demselben Grad an Resistenz wie die Wände entsprechen. Zudem werden diverse Sensoren zur Sicherung und Überwachung verbaut. Dazu zählen Videoüberwachungsanlagen, Körperschallmelder oder Lichtschranken unter anderem. In Bankgebäuden werden Wertschutzräume des Kreditinstitutes und die des Kunden separiert. Zudem muss die Klimatisierung mittels spezieller Ventilationsbündel kontrolliert werden.

Normen und Richtlinine
Wertschutzräume sind hochkomplexe Anlage und unterliegen daher zahlreichen Normen und Richtlinien.
Als Richtlinie dient die an EN 1143-1 angelehnte VdS-Richtlinie (VdS Schadenverhütung GmbH) VdS 2450. Gemäß der Europäischen Norm (EN) wird der Schutzgrad von Wertschutzräumen anhand der Widerstandseinheiten RU (= Resistance Unit) angegeben. Die Einheiten orientieren sich an praktischen Versuchen, indem die Sicherheit bestimmter Bauteile durch mechanisch und thermisch wirkende Angriffswerkzeuge ausgetestet wird.

Verschluss
Der Verschluss von Wertschutzräumen erfolgt durch eine spezielle Wertschutzraumtür. Diese Tür wird mit einem Hochsicherheitsschloss (meist ein elektronisches Schließsystem) gesichert. Zusätzlich können Zeitschlösser verbaut werden. Mechanisch wirkende feindliche Fremdeinwirkungen werden anhand einer Gefahrenmeldeanlage (GMA) detektiert.