Gefährliches Werkzeug

Kurzerklärung

Die Bezeichnung „gefährliches Werkzeug“ stammt aus dem Strafrecht und ist vor allem im Zusammenhang mit Diebstahldelikten und Körperverletzungen relevant.

Als gefährliches Werkzeug gelten alle Gegenstände, die nach ihrer objektiven Beschaffenheit und konkreter Art ihrer Benutzung dazu in der Lage sind, Menschen einen erheblichen Schaden zuzufügen. Aus der Definition ist zu folgen, dass je nach Anwendung selbst Schnürsenkel das Tatbestandsmerkmal gefährliches Werkzeug erfüllen können. Bei Messern ist laut Rechtssprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) eine Klingellänge von 45 mm erforderlich.

Strafrechtliche Konsequenzen

Das Ausführen von Taten mithilfe eines gefährlichen Werkzeugs stellt ein sogenanntes Qualifikationsmerkmal dar. Erfüllt ein Täter bestimmte Merkmale, so qualifiziert dies die Tat in eine höhere Unrechtsebene. Dem Gesetzgeber ist dieser erhöhte Unrechtscharakter nicht gleichgültig. So werden Qualifikationsmerkmale in gesonderten Normen berücksichtigt. Daraus folgt, dass beispielsweise Körperverletzung mit Waffen oder gefährlichen Gegenständen deutlich höher bestraft wird als die einfache Körperverletzung. So liegt das Strafmaß bei der Körperverletzung nach § 223 StGB bei Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe. Vergleiche hierzu § 224 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 StGB:

„Wer die Körperverletzung mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

Der selbe Sanktionsmechanismus gilt bei Eigentumsdelikten: während der einfache Diebstahl mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet wird, können Taten mithilfe eines gefährlichen Werkzeugs bis zu zehn Jahre Gefängnis für den Täter bedeuten.

Grenzfälle

Die Definition zur Einordnung eines gefährlichen Werkzeuges bereitet regelmäßig Schwierigkeiten. Auch ein einfaches Paar Schnürsenkel kann zu Würgezwecken eingesetzt werden und damit die Qualität eines gefährlichen Werkzeuges ergeben. Dann kommt es auf den Vorsatz an. Wurde das Paar etwa nur „getragen“ ist der Tatbestand noch nicht erfüllt. 

Gegebenenfalls können auch „echte“ Waffen nicht die Tatbestand einer Waffe, sondern eines gefährlichen Werkzeuges verwirklichen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn von einer Schusswaffe nicht durch Schießen gebrauch gemacht wird, sondern diese dazu entfremdet wird. Zum Beispiel wenn man eine Pistole als Schlagwaffe verwendet.