Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF)

Zielsetzung
Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (kurz OLAF gemäß der französischen Bezeichnen Office Européen de Lutte Anti-Fraude) ist ein Amt der Europäischen Kommission mit Sitz in Brüssel. Zu den Aufgaben des OLAF gehören die Bekämpfung von Betrug, Korruption und weiterer Straftaten, welche vor allem den finanziellen Interessen der Europäischen Union schaden. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung ist dem Kommissar für Steuern, Zollunion, Audit und Betrugsbekämpfung als Verantwortlichen zugeordnet. Die Institution wurde am 28. April 1999 im Zuge einer umfassenden Korruptionsaffäre innerhalb der EU-Kommisssion ins Leben gerufen.
Die Betrugsbekämpfung gliedert sich in folgende fünf Direktionen:
– die Aufdeckung und Verfolgung von Betrug im Zollbereich,
– die Aufdeckung der missbräuchlichen Verwendung von EU-Subventionen,
– die Aufdeckung von Steuerhinterziehung (soweit sie sich auf den EU-Haushalt auswirkt),
– die Bekämpfung von Korruption und schwerem Fehlverhalten innerhalb der EU-Institutionen,
– die Aufdeckung sonstiger Gesetzesverstöße, die die EU finanziell schädigen.Institutionelle Stellung
Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung ist der Nachfolger der UCLAF und löste diese aufgrund einer spektakulären Korruptionsaffäre in den 1990er-Jahren ab. Das erklärte Ziel war die Errichtung einer unabhängigen Untersuchungsbehörde, um Fälle von Betrug und Korruption künftig zu erschweren. Da das OLAf weiterhin unter der Leitung einer Generaldirektion der Europäischen Kommission angehört, ist nach wie vor eine vollständige Unabhängigkeit  nicht gegeben. Diese umstrittene institutionelle Anbindung wurde im Jahr 2005 in einem Sonderbericht des Europäischen Rechnungshof jedoch als unproblematisch angesehen, da die Ermittlungen des Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung autonom durchgeführt werden. Der Rechnungshof bezeichnet die Rolle des OLAF innerhalb der EU entsprechend als “Zwitterstelllung“.